Berichte

Ein Notruf der besonderen Art

Es ist Samstag. Wir haben heute einiges vor und ahnen noch nicht, dass das Klingeln des Telefons gleich unsere ganze Planung umschmeißen wird.

Denn, es handelt sich um einen Notruf der besonderen Art.

Genauer gesagt geht es um einen 11 Jahre alten Hund in der Not-OP mit großem Blutverlust. Für diesen Patienten wird jetzt dringend ein blutspendender Hund gesucht (in diesem Fall mit mindestens 30 Kg Körpergewicht).

Ein verzweifeltes: „Wärt Ihr bereit….“

Die Frage kaum ausgesprochen packen wir, ohne lange zu überlegen, Chakra (Rufname: Momo) ins Auto und fahren los. Wie lange wird unsere recht temperamentvolle Hündin wohl stillhalten müssen, bis die erforderliche Menge Blut abgenommen ist? Dass sie die Prozedur über sich ergehen lassen wird, davon sind wir fest überzeugt. Und Momo enttäuscht uns nicht. Geduldig hält sie still – als wisse sie – dass gerade das Programm „Lebensretter: Hund“ läuft.

Auch der Tierarzt ist begeistert von ihrer unkomplizierten Art. Als Dank bekommt sie von der Klinik eine Packung Leckerlis und wir werden nicht ohne die Frage entlassen:
„Dürfen wir diesen Hund in unsere Blutspende-Kartei aufnehmen?“
Ein „Ja“ war für uns selbstverständlich.

Einige Tage später erreicht uns die erfreuliche Nachricht, dass es dem operierten Hund gut geht.

Ein sinnvoller Tag
Chakra aus dem Abenteuerland, Rufname: Momo

(Bericht auch erschienen in : Der Hovawart)

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DIE FÄHRTENPRÜFUNG

Schlecht geschnüffelt, hochgeguckt, eine kleine Maus verschluckt,
fand den Ort nicht, wo gewinkelt, mehrfach in die Spur gepinkelt,
einmal leider „Platz“ vergessen, Gänseblümchen aufgefressen,
Hundeführer schlimm genarrt, zweites Suchobjekt verscharrt,
zwölf Kartoffeln fein sortiert, toten Maulwurf exhumiert,
Fährtenleine durchgekaut, hinter Hasen abgehaut,
bin der liebste Hund von allen; Richter sagte: Durchgefallen!

In diesem Sinne: Freudig auf zur Fährtenprüfung
Und NEIN, an Alle die jetzt breit grinsen müssen:
auch wenn ihr eine solche Aktion durchaus zuzutrauen wäre;  MOMO wars nicht 😉

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BERÜHREND

Belker war zehn Jahre alt, als er unheilbar an Krebs erkrankte. Der Hund gehörte einem kleinen Jungen namens Shane; der war gerade eingeschult worden, und ich wusste, dieses Tier war die Welt für ihn. Belker hatte Shane das Laufen und Schwimmen beigebracht. Er begleitete ihn jeden Tag die drei Kilometer zur Schule und holte ihn pünktlich am Nachmittag wieder ab. Zu Halloween waren die beiden in fast identischen Piratenkostümen unterwegs gewesen und das erste Bild, das Shane je gemalt hatte zeigte Belker. Belker auf einer grünen Wiese mit Blümchen. Sein Belker. Ich stellte die Diagnose und wusste, dass es keine Heilung gab für diesen Hund. Nur ein schnelles, gnädiges Ende. Die Familie willigte ein. Belker sollte seine letzte Reise zu Hause im Kreis seiner Lieben antreten. Es war ein Freitag. Die Sonne schien. Shane kniete auf dem Rasen im Garten. Belkers Kopf ruhte in seinem Schoß. Ich betrachtete den Jungen mit seinem Hund – diesem Hund, der in seinen Armen starb, und mir fehlten die Worte.
Als es vorüber war, sprach ich leise mit den Eltern des Kindes.  „Es ist manchmal schwer zu begreifen, dass das Leben eines Tieres so kurz sein muss.“ Sage ich. Da sah Shane plötzlich auf und erwiderte: „Ich weiß, warum das so ist.“ Überrascht schauten wir ihn an. Er hatte keine Träne vergossen, nur still bei Belker gesessen und seinen Kopf gestreichelt. Doch jetzt sage er:“ Die Menschen werden geboren, um zu lernen, wie sie ein guten Leben führen, stimmt’s? Wie sie lieben und teilen und zu allen freundlich sein können. Na ja, Hunde müssen das nicht lernen. Sie wissen doch schon, wie es geht. Deswegen müssen sie auch nicht so lange bleiben.“
Das ist jetzt fast zehn Jahre her und bis heute haben mich Shanes Worte nicht losgelassen. Die Worte eines Sechsjährigen, in denen so viel Wahrheit liegt. Denn es ist doch so: Wer das Glück hat, einen Hund als Lehrer zu haben, lernt die einfachen Weisheiten des Lebens. Zum Beispiel dies: Wenn deine Lieben heimkommen, begrüße sie. Verpasse nie die Gelegenheit, eine Spritztour zu machen. Lass dem Gefühl der puren Begeisterung freien Lauf, wenn du glücklich bist und lass es zu, dass Menschen dich berühren. Beiße nie, wenn ein Grummeln es auch tut, und wenn du dich freust, tanze vor Glück. Genieße das Abenteuer eines simplen Spaziergangs. Bleib neugierig. Sei treu. Und wenn jemand einen schlechten Tag hat, gib ihm einen kleinen Stupser. Das Leben ist kurz. Zu kurz um etwas anderes als glücklich zu sein.

Autor: Unbekannt
Erschienen in: Unbekannt

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